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Für das Portugal D7 Visum musst du 2026 ein passives Einkommen von mindestens 920 Euro pro Monat nachweisen, also 11.040 Euro im Jahr. Das ist genau der portugiesische Mindestlohn, an den die Schwelle gekoppelt ist. Kommt ein Ehepartner dazu, sind es 50 Prozent mehr, pro Kind unter 18 nochmal 30 Prozent. Das ist die ganze Einstiegshürde beim Geld.

Klingt machbar, und das ist es auch. Trotzdem scheitern Anträge oder gehen schief, weil zwei Dinge unterschätzt werden: was Portugal als passives Einkommen anerkennt, und was steuerlich nach dem Umzug wirklich passiert. Genau das hat sich nämlich seit 2025 verändert.

Für wen dieser Artikel relevant ist

Du lebst oder planst zu leben von Rente, Mieteinnahmen, Dividenden oder anderen passiven Quellen und überlegst, ob Portugal mit dem D7 Visum ein realistisches Ziel ist. Wer von Remote-Arbeit lebt, braucht ein anderes Visum. Dazu unten mehr.

Wichtig für Deutsche und andere EU-Bürger

Wenn du einen deutschen oder anderen EU-Pass hast, brauchst du das D7 gar nicht. EU-Bürger fallen unter die Freizügigkeit nach der Lei 37/2006 und nicht unter das Ausländerrecht. Du reist ohne Visum ein und meldest dich nach drei Monaten bei der Câmara Municipal deines Wohnorts an. Kein Konsulatstermin, kein AIMA-Aufenthaltstitel, keine Einkommensschwelle. Das D7 gilt nur für Staatsangehörige von Ländern außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz. Das Steuerthema und das Staatsbürgerschaftsrecht weiter unten betreffen dich dagegen genauso.

Korrektur vom 12.08.2026

Korrigiert am 12.08.2026 nach einer Prüfung gegen Diário da República, AIMA und die portugiesische Steuerbehörde. Wichtigste Ergänzung: Deutsche und andere EU-Bürger brauchen das D7 überhaupt nicht, für sie gilt die Freizügigkeit. Das NHR-Regime endete zum 1. Januar 2024 und nicht 2025. Die Verlängerung des Aufenthaltstitels ist spätestens 30 Tage vor Ablauf zu beantragen, nicht innerhalb der letzten 30 Tage. Vor der Reform vom Mai 2026 galten für die Staatsbürgerschaft fünf Jahre für alle, auch für EU-Bürger. Und das Gesetz kennt keine Anwesenheitsquote, sondern Abwesenheitsgrenzen.

Das Einkommen: 920 Euro und woraus es kommen darf

Die Einkommensschwelle ist an den portugiesischen Mindestlohn gekoppelt. Der liegt 2026 bei 920 Euro brutto im Monat, nachdem er zum Jahreswechsel um 50 Euro gestiegen ist. Für den Hauptantragsteller gilt also genau dieser Betrag als Untergrenze, für die Familie kommen Zuschläge dazu.

Konstellation Passives Einkommen pro Monat
Hauptantragsteller 920 Euro (100 Prozent Mindestlohn)
+ Ehepartner + 460 Euro (50 Prozent)
+ jedes Kind unter 18 und jedes unterhaltsberechtigte volljährige Kind + 276 Euro (30 Prozent)

Entscheidend ist das Wort passiv. Anerkannt werden Renten, Mieteinnahmen, Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren. Also Geld, das fließt, ohne dass du aktiv dafür arbeitest. Einkommen aus laufender Remote-Arbeit oder Freelancing zählt für das D7 grundsätzlich nicht, auch wenn der Kunde im Ausland sitzt.

Die Portaria 1563/2007 verlangt, dass die Mittel für mindestens zwölf Monate gesichert und in Portugal verfügbar sind. Viele Konsulate wollen zusätzlich zum laufenden Einkommen einen Kontostand auf einem portugiesischen Konto sehen. Ein fester Sparbetrag steht so aber nicht im Gesetz. Für eine Einzelperson sind das rund 11.040 Euro, bei Familien erhöht sich der Betrag entsprechend der Zuschläge. Die genaue Höhe und Form des Nachweises kann je nach Konsulat leicht abweichen, deshalb gehört dieser Punkt vor dem Termin abgeklärt.

Der Antrag läuft in zwei Stufen

Das D7 ist kein einzelnes Dokument, sondern ein zweistufiger Prozess. Zuerst beantragst du das Visum noch in Deutschland, danach den eigentlichen Aufenthaltstitel in Portugal.

Stufe eins läuft beim zuständigen portugiesischen Konsulat oder über einen Dienstleister wie VFS Global im Wohnsitzland. Die Bearbeitung dauert je nach Konsulat einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten. Bewilligt wird zunächst ein Einreisevisum mit rund 120 Tagen Gültigkeit, mit dem du nach Portugal reist.

Stufe zwei ist der Termin bei der Einwanderungsbehörde AIMA in Portugal. Dort bekommst du den Aufenthaltstitel, der zunächst zwei Jahre gilt und danach um drei Jahre verlängert werden kann. Die Verlängerung musst du spätestens 30 Tage vor Ablauf beantragen. Frühestens geht es 90 Tage vorher. Wartezeiten auf AIMA-Termine sind in Lissabon und Porto teilweise lang, das gehört in die Zeitplanung.

Was du vorab brauchst

Portugiesische Steuernummer (NIF), ein portugiesisches Bankkonto, einen Unterkunftsnachweis (Mietvertrag oder Kaufvertrag), eine Krankenversicherung mit Portugal-Deckung, ein Führungszeugnis und die Einkommensnachweise. Mehr zur Krankenversicherung im Ausland steht im Leitfaden zur Krankenversicherung.

Mindestaufenthalt: Portugal will dich wirklich sehen

Das D7 ist kein Visum, das du dir holst und dann zweimal im Jahr vorbeischaust. Das Gesetz schreibt keine feste Anwesenheitsquote vor, sondern setzt Abwesenheitsgrenzen. Der Aufenthaltstitel kann widerrufen werden, wenn du ohne triftigen Grund sechs Monate am Stück oder insgesamt acht Monate während der Gültigkeitsdauer weg bist. Bei einem Zwei-Jahres-Titel heißt das in der Praxis rund 16 Monate Anwesenheit. Längere Abwesenheiten kannst du vorher bei AIMA begründen. Wer diese Präsenz nicht erfüllt, riskiert, dass der Aufenthaltstitel nicht verlängert wird und der Prozess von vorn beginnt.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu reinen Investitionsprogrammen. Das D7 setzt voraus, dass dein Lebensmittelpunkt tatsächlich nach Portugal wandert. Genau deshalb ist es eng mit der Frage verknüpft, was steuerlich passiert.

Das Steuerthema hat sich geändert

Hier wird es ernst, und hier sind viele Online-Ratgeber veraltet. Jahrelang war Portugal für Rentner attraktiv, weil das NHR-Regime (Non-Habitual Resident) ausländische Renten oft mit nur 10 Prozent besteuerte. Dieses Regime wurde mit dem Haushaltsgesetz 2024 (Lei 82/2023, Artikel 317) zum 1. Januar 2024 abgeschafft. Eine Übergangsregelung galt nur noch für bereits Registrierte und für Zuzügler bis Ende 2024.

Der Nachfolger heißt IFICI, manchmal NHR 2.0 genannt. Er begünstigt aber gezielt qualifizierte Tätigkeiten in bestimmten strategischen Branchen wie Forschung, Technologie oder Wissenschaft. Renten fallen ausdrücklich nicht darunter. Wer 2026 als Rentner nach Portugal zieht, kann nicht mehr mit dem alten 10-Prozent-Satz rechnen. Ausländische Renteneinkünfte unterliegen dann grundsätzlich der normalen progressiven Einkommensteuer, die bis 48 Prozent reichen kann.

Praxis-Hinweis

Steuerfragen beim Wegzug sind individuell und hängen vom Doppelbesteuerungsabkommen, deiner Einkommensart und deinem Wohnsitzstatus ab. Dieser Artikel ersetzt keine Steuerberatung. Wer mit Rente oder Kapitaleinkünften nach Portugal plant, sollte vor dem Umzug eine Beratung mit Portugal-Bezug einholen. Grundlagen dazu liefert auch der Artikel zum Doppelbesteuerungsabkommen.

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D7 oder D8: Welches Visum passt zu dir?

Der häufigste Fehler ist, das D7 zu beantragen, obwohl man eigentlich aktiv arbeitet. Wer von Remote-Arbeit, Freelancing oder einem laufenden Online-Business lebt, braucht das D8, das Digital Nomad Visa. Dessen Einkommensschwelle liegt deutlich höher, beim Vierfachen des Mindestlohns, 2026 also rund 3.680 Euro im Monat.

Merkmal D7 (passives Einkommen) D8 (Digital Nomad)
Einkommensart Renten, Mieten, Dividenden, Zinsen Aktive Remote-Arbeit, Freelancing
Schwelle pro Monat (2026) 920 Euro ca. 3.680 Euro
Typisches Profil Rentner, finanziell Unabhängige Remote-Angestellte, Selbständige

In der Beratungspraxis gilt, dass Inhaber eines D7 in Portugal auch arbeiten oder ein Unternehmen führen dürfen. Ausdrücklich geregelt ist das im Gesetz nicht, kläre es im Zweifel vorab ab. Der Unterschied liegt im Nachweis bei Antragstellung: Beim D7 musst du belegen, dass du auch ohne Arbeit von deinem passiven Einkommen leben kannst.

Der Weg zur Staatsbürgerschaft ist länger geworden

Wer langfristig denkt, sollte das neue Staatsbürgerschaftsrecht kennen. Mit der Lei Orgânica n.º 1/2026, veröffentlicht am 18. Mai und in Kraft seit dem 19. Mai 2026, ist die nötige Aufenthaltsdauer gestiegen. Für Bürger aus EU-Staaten und aus portugiesischsprachigen Ländern sind es jetzt sieben Jahre, für alle anderen zehn Jahre. Vorher galten für beide Gruppen fünf Jahre. Dazu kommen ein Sprach- und Kulturtest und der Nachweis, dass du deinen Lebensunterhalt sichern kannst.

Wichtig dabei: Die Frist zählt ab Ausstellung des ersten Aufenthaltstitels, nicht ab Antragstellung. Anträge, die bis zum 18. Mai 2026 eingereicht wurden, laufen noch nach dem alten Recht. Eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis ist davon unberührt und bleibt nach fünf Jahren legalem Aufenthalt möglich. Geändert hat sich der Zeitpunkt für den Pass, nicht der für das dauerhafte Bleiberecht.


Was du dir merken solltest

Das D7 verlangt 2026 ein passives Einkommen ab 920 Euro im Monat plus Zuschläge für die Familie und Ersparnisse von etwa einem Jahr Mindestlohn. Der Antrag läuft in zwei Stufen, vom Konsulat in Deutschland bis zum AIMA-Termin in Portugal. Du musst wirklich dort leben, mindestens 16 Monate in den ersten zwei Jahren.

Die eigentliche Hausaufgabe ist nicht das Visum, sondern die Steuer. Das alte 10-Prozent-Modell für Renten gibt es nicht mehr. Wer das vorher durchrechnet, geht mit realistischen Erwartungen rein. Und wer aktiv arbeitet statt von Rente oder Kapital zu leben, schaut sich besser direkt das D8 an.

Hinweis

Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick über das Portugal D7 Visum. Einkommensschwellen, Verfahren und steuerliche Regeln ändern sich und werden von Konsulaten unterschiedlich gehandhabt. Verbindliche Auskünfte bekommst du beim zuständigen portugiesischen Konsulat, bei AIMA und für Steuerfragen bei einer Steuerberatung mit Portugal-Bezug. Stand: August 2026.

Quellen und weiterführende Links